In diversen Literaturen, die es auf dem Markt zum Thema Monitoring gibt, wird man genug Lösungen dazu finden, wie z.B. Datenbanken, Applikationen usw. überwacht werden können. Anders sieht es aber bei der Frage aus, wie überwache ich meine Applikation richtig und auf Verfügbarkeit? Es kann heute fast alles überwacht werden. Da sind den Möglichkeiten und Fantasien fast keine Grenzen gesetzt. Doch was sind wirklich relevante Informationen? Und welche können z.B. für einen Service Level Agreement (SLA) herangezogen werden? Gerade im Bereich des Outsourcings und Outtaskings, ist das Reporten bzw. der Nachweis einer Einhaltung eines SLAs sehr wichtig. Doch wie realisiert man soetwas?
Im Rahmen meiner Diplomarbeit habe ich dazu Ideen zu einem Monitoring-Schichtenmodell entwickelt, welche ich in diesem Beitrag vorstellen möchte. Die Aufteilung einer Applikation in die Elemente Server, Komponenten und Applikation ist in dem Unternehmen in dem ich tätig bin, gang und gebe und somit nicht neues. Allerdings wird es nicht direkt in Schichten betrachtet, sondern eher als eine Aufteilung in Elemente. In diesem Schichtenmodell finden sich desweiteren auch die Clients einer Applikation in einer optionalen Schicht wieder. In der Präsentationsschicht. Diese Schicht ist wichtig für die Messung von SLA relevanten Daten.
Die Fragen die sich natürlich stellt, wozu ein Monitoring-Schichtenmodell?
Bevor ich näher auf das Monitoring-Schichtenmodell eingehe, möchte ich noch ein paar grundlegende Dinge erläutern.
Zum ersten möchte ich eine kurz Abgrenzungen treffen. In diesem Beitrag beziehe ich mich zur Erläuterung des Monitoring-Schichtenmodells konkret auf die Applikation SAP-Portal. Ich denke diese Appliaktion wird den meisten vertraut sein. Natürlich kann diese Monitoring-Schichtenmodell auch auf andere Systeme bzw. Applikationen angewendet werden.
In diesem Beitrag beziehe ich mich auf das Monitoring-Tool Icinga. Das hier vorgestellte Monitoring-Schichtenmodell lässt sich natürlich auf alle anderen Monitoring-Tools anweden. Ich möchte hier nicht beschreiben, wie eine Applikation im genaueren überwacht werden könnte, sondern abstrakt anhand des Monitoring-Schichtenmodell erläutern, was bei einem Monitoring z.B. im Bezug auf SLA's beachtet werden sollte.
Desweiteren gehe ich nicht genauer auf Messpunkte ein. Natürlich sei an dieser stelle angemerkt, dass dieses ein sehr wichtiger Punkt ist, aber Hauptthema dieses Beitrages ist und soll das Monitoring-Schichtenmodell sein.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind Schnittstellen zwischen den einzelnen Schichten. Diese sind natürlich nicht vergessen. Diese werden allerdings nur grob in dem ersten Teil dieses Beitrages behandelt. Mehr ist in dem zweiten Teil dieses Beitrages zu finden.
Doch zuerst sollte die Frage gestellt werden, wen interessieren überhaupt die Informationen die aus dem Monitoring entstehen? Ich möchte das Ganze hier auf drei Intressensträger abgrenzen:
Zu der Umwelt gehören z.B. Benutzer oder Mitarbeiter einer Applikation. Für einen Kunden beispielsweise ist in der Regel von Interesse, ob seine Applikation verfügbar ist und eventuell die Performance seiner Applikation. Desweiteren möchte ein Kunde von seinem IT-Dienstleister bei einem Ausfall früh genug darüber informiert werden. Es sollte nicht sein, das ein Kunde den IT-Dienstleister über einen Ausfall seiner Applikation informiert.
Für die Geschäftsführung oder dem Management eines IT-Dienstleister ist zwar auch die Verfügbarkeit von Interesse. Aber noch wichtiger ist, ob z.B. ein im Vertrag definierter SLA für eine Applikation mit dem Kunden eingehalten wurde oder nicht. Desweiteren sind eventuell noch abzusehende Trends, wie z.B. die Zunahme von Festplattennutzung wichtig für Verhandlungen bei Vertragsanpassungen oder Vertragsverlängerungen.
Eine ganz andere Sicht hingegen haben Administratoren bzw. der Verantwortliche einer Applikation. In erster Linie ist hier von Interesse, wo das Poblem bei einem Ausfall liegt bzw. bei einem drohenden Ausfall schon im Vorfeld Informiert werden. Hier sollte das Monitoring bei drohenden Ausfällen oder bei der Fehlersuche und -analyse unterstützten, um z.B. die Ausfallzeit möglichst gering zu halten oder dem Geschäftsführer bzw. Kunden über notwendige Maßnahmen zu Informieren.
Betrachtet man diese Sichten genauer, wird man erkennen das sich hieraus zwei elementare Metriktypen von Daten ergeben. Die Status- und Performancedaten. Die Abbildung 1.1 zeigt einen Auschnitt einer Festplattenüberwachung aus der Überwachung von Icinga. Hier sind zum einem die Statusdaten (Current Status) und zum anderen die Performancedaten (Performance Data) wiederzufinden.
![]() Abbildung 1.1: Auschnitt aus der Icinga Statusübersicht |
Statusdaten spiegeln, wie der Name schon sagt, lediglich einen Status wieder. Diese können z.B. Warning, Critical oder Ok sein. Diese geben also in der Regel nur Informationen darüber, ob ein voher definierter Schwellwert im Monitoring erreicht bzw. überschritten wurde. Statusdaten geben aber keine Informationen darüber, wie z.B. die Gesamtkapazität einer Festplatte ist und eignen sich somit auch nicht für eine Trendanalyse. Diese Daten können aber zur Darstellung einer Verfügberkeit in einem SLA herangezogen werden.
Die Performancedaten hingegen geben mehr Informationen über die Performance. Diese können beispielsweise sein, der Füllgrad und die Gesamtkapazität einer Festplatte und die dazu definiert Schwellwerte. Die Performancedaten lassen sich somit besser für z.B. eine Trendanalysen heranziehen.
In dem Monitoring-Schichtenmodell werden zwischen vier Schichten unterschieden. Der Server-, Komponeten-, Applikationsschicht und Präsentationsschicht, wie in Abbildung 2.1 zu sehen.
![]() Abbildung 2.1: Monitoring-Schichtenmodell |
Die Serverschicht ist die erste Schicht des Monitoring-Schichtenmodells und stellt die Basis für die Komponenten- und Applikationsschicht dar. Sie ist somit immer vorhanden und kann auch mehrfach in einer Darstellung auftauchen. Sie ist allerdings nach außen hin z.B. für einen Kunden nicht sichtbar. In dieser Schicht ist der Server mit seinem Betriebsystem zu finden. Hierbei kann es sich um einen physikalischen oder virtualisierten Server handeln. Abbilung 2.2.1 zeigt eine Verfeinerung der Serverschicht.
![]() Abbildung 2.2.1: Verfeinerung der Serverschicht |
Die Serverschicht kann aber auch weiter in ihre Umgebung hin unterteilt werden, wie die Abbildung 2.2.2 zeigt. So gehören dazu z.B. die Stromversorung oder auch Klimatisierung. Je nachdem wie genau man ins Detail gehen möchte und was einem wichtig was Monitoring der Serverschicht erscheint. Hier sind den Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt.
![]() Abbildung 2.2.2: Verfeinerung der Serverschicht in ihre Umgebung |
Abbildung 2.3 zeigt eine Darstellung eines Clusters. Hier ist es wichtig, das die Applikationsadresse des Clusters als eigener Server dargestellt wird. Bei einer Überwachung ist z.B. nicht immer bekannt, auf welchem Node gerade die Applikation läuft. Desweiteren würde ein Ausfall eines Nodes nicht unbedingt zu einer Störung der Applikation führen. Daher ist es gerade bei der Überwachung einer Verfügbarkeit einer Applikation wichtig, die Applikationsadresse als eigenen Server darzustellen.
![]() Abbildung 2.3: Darstellung eines Clusters auf der Serverschicht |
Die Komponentenschicht ist die zweite Schicht des Monitoring-Schichtenmodells und liegt zwischen der Server- und Applikationsschicht. Auch diese Schicht kann mehrfach in einer Darstellung auftauchen. In der Komponentenschicht sind die Komponenten der Applikation zu finden. Diese Komponenten stellen einen Teil der gesamten Applikation dar und ist auch nach außen hin nicht sichtbar. Nicht jede Applikation muß zwingend eine Komponente haben.
Die Applikationsschicht ist die dritte und die oberst Schicht des Monitoring-Schichtenmodells. Diese Schicht ist nach außen hin immer sichtbar und immer nur einmal in einer Darstellung vorhanden. Diese Schicht ist z.B. relevant für die Überwachung eines SLAs, da diese die Sicht des Kunden repräsentiert. Die Applikationsschicht setzt entweder auf die Server- oder Komponentenschicht auf.
Die Präsentationsschicht ist eine optionale Schicht und findet Anwendung in einer Client/Server-Architektur einer Applikation. In dieser Schicht befindet sich Bespielsweise Clients wie ein Broswer oder eine GUI mit Hilfe dieser auf einer Applikation gearbeitet werden kann.
Abbildung 2.4 zeigt eine gesamte Darstellung des Monitoring-Schichtenmodell und den sichten der Intressensträger.
![]() Abbildung 2.4: Monitoring-Schichtenmodell aus verschiedenen sichten |
Die Abbildung 2.5 zeigt ein Beispiel, wie ein SAP-Sytem im Monitoring-Schichtemodell abgebildet werden kann. In diesem Beispiel wird davon ausgegangen, das alles auf einem Server läuft.
![]() Abbildung 2.5: Monitoring-Schichtenmodell am Beispiel SAP |
In der Serverschicht ist der Server mit seinem Betriebssystem zu finden. Die Komponenten Datenbank und SAP liegen in der Komponentenschicht und sind nach außen hin, wie die Serverschicht, für den Kunden nicht sichbar. Das SAP-Portal stellt dabei die eigentliche Applikation dar, womit der Kunde arbeitet und welches nach außen hin für diesen sichtbar ist. In der Päsentationsschicht befinden sich der Client bzw. Browser, womit der Kunde auf die Applikation zugreift. Je nachdem was mit dem Kunden in einem SLA-Vertrag vereinbart wurde, findet ein SLA-Monitoring auf der Applikations- oder Präsentationsschicht statt.
Natürlich könnte auch die Komponente Datenbank z.B. auf einem anderen Server laufen. Klar sollte allerdings hierbei sein, das die Serverschicht immer als Basis vorhanden ist. D.h. fällt ein Server aus irgendeinem Grund aus, ist somit auch immer eine Komponente oder Applikation davon betroffen die auf dem Server läuft. Ein Ausfall einer Komponente bedeutet dabei aber nicht zwingend einen Ausfall der Applikation.
In wie weit man ein Applikation in dem Monitoring-Schichtmodell abbildet, ist jedem selber überlassen. Dabei sei aber angemerkt, je genauer die Verfeinerung der Komponenten, wie z.B. das einbeziehen von Netzwerkelemente (Switch, Router, etc.) ist, je schwieriger und unübersichtlicher kann es werden. Auch werden damit die Schnittstellen in einer solchen Darstellung in der Regel mehr. Es sollten daher also wirklich nur die relevante Dinge einer Applikation dargestellt werden.
Die Abbildung 2.6 zeigt die Anwendung des Monitoring-Schichtenmodells auf eine grössere Umgebung mit mehreren Servern unter Einbeziehung der Sicht.
![]() Abbildung 2.6: Anwendung des Monitoring-Schichtenmodells auf eine grössere Umgebungen |
Wie deutlich zu sehen ist und bereits auch schon weiter oben erwähnt, stellt der Server immer die Basis dar, auf welche eine Komponente oder Applikation aufsetzt. Zum anderen kann man erkennen, welche Verbindungen (Schnittstellen) es unter den Servern, Komponenten, Applikationen und Client gibt. Desweiteren wird jetzt deutlich, welche Sicht auf die Applikation z.B. ein Administrator gegenüber dem Kunden hat.
Wie bereits erwähnt, wird in dem Monitoring-Schichtenmodell ein SLA immer auf der Applikations- oder Präsentationsschicht überwacht und ist immer nur eine Überprüfung (Check). Wichtig bei einer solchen Überwachung ist allerdings, das auch das Zusammenspiel der Komponenten mit der Applikation bzw. Client überprüft wird. Damit ist nicht gemeint, das Komponente einzeln überprüft werden und diese dann alle zu einer Überprüfung zusammenfasst werden, sondern ob die Applikation zusammen mit den Komonenten arbeitet. Auch bringt es sehr wenig zu prüfen, ob z.B. ein TCP-Port vom SAP-Portal erreichbar ist. Denn fällt beispielsweise die Komponente Datenbank aus, so ist eventuell der überwachte TCP-Port des SAP-Portals immer noch erreichbar. Auch würde z.B. eine fehlerhafte Berechtigungen innerhalb der Datenbank nicht unbedingt eine Störung der Komponente bedeuten. Somit würde eine solche Überwachung keine ausreichende Aussage über die Verfügbarkeit geben und wäre somit beispielsweise für einen SLA unbrauchbar. Es muss also eine Überprüfung sein, welche die gesamte Funktionalität der Applikation zusammen mit den Komponenten überprüft. Dieses könnte z.B. ein Login in das SAP-Portal mit einem Browser sein. Wie soetwas im genaueren z.B. mit Sahi realisert werden kann, beschreibt Gerhard Laußer in seinem Buch Nagios - Das Praxisbuch: Open Source-Monitoring im Unternehmen.
Wie mit Hilfe des Monitoring-Schichtenmodell zu sehen ist, lässt sich übersichtlich Abbilden, wie eine Applikation mit seinen Komponenten, Server und eventuell Client aufgeteilt und überwacht werden kann. Genau wie in der Regel ein Konzept zur Installation, Einrichtung und Einführung einer neuen Applikation erstellt wird, sollte dieses auch mit dem Monitoring für eine Applikation geschehen. Das Monitoring-Schichtenmodell bietet dabei eine Unterstützung zur Erstellung eines Monitoring-Konzeptes unter Berücksichtigung aller Interessensträger. Zum anderen wird wirklich auch nur das überwacht, was relevant ist. Dieses führt dazu, das unnötige Daten bzw. Informationen erst gar nicht gesammelt und somit Kosten und Ressourcen eines Monitoring-Sytems geschont werden. Auch werden eventuell durch die nicht Überwachung nicht benötiger Dinge, die Fehlalarme reduziert.
Hier geht es weiter zum zweiten Teil dieses Beitrages.
Download Teil 1 und Teil 2 als PDF
Comments
Sehr gut gelungen, bin schon auf die Schnittstellen gespannt
Hallo Michael,
Dein Ansatz ist sehr gut, vorallem die Reduzierung auf das Wesentliche. Die Punkte 3+4 treffen den Nagel auf den Kopf.
Aus der selben "Not" heraus (Diplomarbeit) habe ich mich auch mit einem Schichtenmodell fürs Monitoring auseinander gesetzt.
Das Ergebnis von damals ist sogar recht ähnlich. Ledlich ist in meinem Fall die Basisschicht eine Netzwerkschicht.
DPrie hat sich zwar dann in der axis als sehr dünn herausgestellt (Ping), weil jeglicher Mehraufwand in diesem Modell keinen Mehrwert für die Aussage über die Funktion der Applikation bringt. Dennoch ist es die imho die Grundlage, weil ohne Connectivity, kommt die Monitoringlösung nicht mal bis zu den Objekten, die überwacht werden sollen. Bei deinem Modell wird dies wahrscheinlich durch die Schnittstellen beschrieben, darum bin ich schon gespannt, wie es weitergeht.
Ein Punkt der interessant ist, ist die Umsetzung von Theorie (Modell) und der Implementierung in der Praxis (zB Nagios/Icinga) und dann die Visualisierung dazu.
Momentan ist es bei bei uns eine Kombination aus NagVis & dem Business Process AddOn. Das klappt zwar mit der Darstellung recht gut, aber Navigation & Reporting sind recht holprig. Aber das ist mehr ein Thema fürs Nagios-Portal.
Beste Grüße & gutes Gelingen
Oli
Vielen Dank
Hi Oli,
vielen Dank für Dein Feedback. Ich denke der Beitrag zu den Schnittstellen werde ich in den nächsten Tagen fertig stellen.
Gruß
Michael
Umgebungsschicht?
Hallo Michael,
am unteren Ende würde ich unbedingt eine Schicht "Umgebung" ergänzen. In dieser kann dann nach geografischer Lage differenziert werden. Zusätzlich können hier Abhängigkeiten von der Stromversorgung, Klimatisierung etc. modelliert werden. Wird die Stromversorgung überwacht und liegt als Metrik vor, kann man einfach die vielen Alarme für die bei einem Stromausfall plötzlich nicht mehr verfügbaren Server zusammenfassen / unterdrücken. Wird die Stromversorgung nicht überwacht, aber die Abhängigkeit modelliert, kann man zumindest schnell sehen, dass bei einem Stromausfall alle Server-Alarme eine Gemeinsamkeit haben. Für die Klimatisierung gilt das gesagte analog.
Betreibt man Security-Monitoring kämen in dieser Schicht noch Events für Zugangskontrollen, Bewegungsmelder und ggf. der Status (auf/zu) von Türen und Fenstern hinzu.
Gruss,
Daniel.
Hallo Daniel, erstmal vielen
Hallo Daniel,
erstmal vielen Dank für Dein Feedback. Ich gebe Dir natürlich recht. Fällt der Server aus, ist dieser und die Applikation nicht mehr Verfügbar. Wie ich aber Eingangs in meinem Beitrag erwähne, geht es hauptsächlich bei dem Monitoring-Schichtenmodell um das richtige Monitoring einer Applikation und deren Verfügbarkeit. Es ist natürlich möglich noch eine weitere Schicht hinzu zu fügen, bläht das Schichtenmodell aber unnötig auf. Daher habe ich die Serverschicht auch nur bis auf den Server (Hardware) und Betriebssystem verfeinert. Natürlich kannst Du die Stromversorgung im Schrank bzw. Server, Temperatur usw. noch überwachen. Das liegt an Dir, wie genau Du jetzt jede Schicht überwachen möchtest. Dabei solltest Du aber im Auge behalten, ob Du diese Informationen wirklich alle benötigst. Ich meine, Du könntest ja auch alle Checks, die die Erreichbarkeit (Ping) eines Servers aus einem Schrank feststellen nochmal zusätzlich zusammenfassen als eine Check. Meldet dieser Check einen Alarm, weisst Du das alle Server nicht erreichbar bzw. down sind und Du eventuell ein Problem mit dem Schrank hast.
Wenn Du eine sehr große Monitoringumgebung hast, bist um jeden Check, der nicht durchegführt werden muss dankbar :-)
Security-Monitoring ist auch ein sehr wichtiges Thema, passt aber hier nicht ganz rein, da es meiner Meinung nach keine eigene Schicht wäre, sondern auf allen Schichten statt finden müsste.
Gruß
Michael
Umgebung vs. Verfügbarkeit von Applikationen
Hallo Michael,
für mich hängt die Notwendigkeit der Umgebungsschicht sehr vom Anwendungszweck des Monitorings ab:
1. Nachweis der Verfügbarkeit / Leistungsfähigkeit z.B. für SLA-Überwachung : hier ist es nicht notwendig
In diesem Anwendungsfall ist aber auch die Üerwachung der Server etc. unnötig.
2. Kapazitätsplanung: bedingt notwendig
Hierfür wäre neben der Auslastung der Server, Netzwerke und Speichersysteme sicher auch von Interesse, wie hoch die Stromaufnahme bzw. die genutzte Kühlleistung in einem RZ sind. Auch diese "Komponenten" können überlastet werden und dadurch die Verfügbarkeit der Applikationen gefährden.
3. Troubleshooting von Problemen: hier ist es notwendig
Beim Troubleshooting ist alles hilfreich, was Fehler zeigt und vor allem räumliche, organisatorische und technologische Gemeinsamkeiten aufdeckt. Was passiert denn, wenn der Strom ausfällt. Vorrausgesetzt, das Monitoring ist davon unabhängig, zeigt es jetzt eine massive Zahl von Fehlern an - eine Großstörung, wenn Du so willst. Typischerweise würde man dann alles verfügbare Personal mobilisieren, um das Problem zu beheben, was natürlich enorme Arbeitskosten verursacht. Hast Du jetzt eine automatische Hilfe, das Problem schneller einzugrenzen, spart das echt Geld. Im Sinne einer Risiko-/Schadensbegrenzung wäre die Umgebung also durchaus notwendig im Monitoring. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit solcher Fehler gering ist, ist die Auswirkung enorm.
In der Praxis gehören diese drei Aspekte für mich immer zusammen und deshalb betrachte ich die Umgebung als notwendige Schicht und berücksichtige sie auch immer in meinen Monitoringkonzepten. Aus langjähriger Erfahrung mit derartige Projekten kann ich Dir sagen, es passieren wirklich die wildesten Sachen. Deshalb betrachte ich es wohl eher aus einer Kosten-/Nutzen-Sicht. Einer meiner Favoriten: eine defekte Klimaanlage, die langsam den Zwischenboden im RZ mit Kondenswasser gefüllt hat - Strom und Netzwerk habe das nicht so gut vertragen.
Ich bin aber voll bei Dir, was die unnötigen Checks angeht - alles, was man nicht machen muss, spart auch Zeit und Geld.
Gruss,
Daniel.
Die Sicht des Verantwortlich einer Applikation ist wichtig
Hi Daniel,
ich denke es hängt auch davon ab, wer die Applikation betreibt und was in dessen Verantwortungsbereich fällt.
zu 1.) Sehe ich genauso, allerdings zähle ich den Server schon dazu. Es geht hierbei aber, wie in meinem Beitrag beschrieben, nicht unbedingt um die Hardware, sondern auch um Virtualisierung und Clustering. Da ist wichtig unterscheiden zu können, auf welchen Server welche Komponente oder auch Applikation läuft. Das wird dann wichtig, wenn es um die Festlegung für die Messpunkte geht, zur Messung eines SLAS.
zu 2.) Kapazitätsplanung ist meiner Meinung nach ein wichtiger Punkt. Denn gerade als Dienstleister sollte man seine Kunden früh genug darüber Informieren können, wenn es zu Kapazitätsengpässen kommt. Dazu zähle ich aber nicht Kühlleistung und Stromaufnahme. Auslastung der Server, Speichersysteme und Netzwerke hingegen schon. Was wiederum auf der Serverschicht stattfindet.
zu 3.) Troubleshooting ist es wichitg. Das sehe ich ganz genauso. Aber gerade bei der Planung von Alarmierungswegen usw. ist ein solches Schichtenmodell schon sehr Hilfreich um Fragen zu Alarmierung schon im Vorfeld klären zu könen.
Es ist interessant, was jeder für eine Sicht auf ein Monitoring hat. Aber gebe Dir aber recht, das man Dinge wie Klima, Stromzufuhr usw., in dem Monitoring-Schichtenmdell berücksichtigen könnte. Von der Begriffsdefinition würde ich es als Umwelt des Servers definieren. Ich werde am Wochenende den Beitrag dementsprechend anpassen.
Wir arbeiten schon länger in dieser Art und Weise und haben für jeden Server, Komponenten und Applikation sogenannte Monitoringklassen enstwickelt. Es sind im Endeffkt ein Set an Monitoring-Checks die zusammengefasst wurden. Man könnte auch Gruppen dazu sagen. D.h., muss ich eine Oracle-Datenbank überwachen, wende ich einfach die Monitoringklasse Oracle auf die Komponente Oracle an. Damit sind in der Regel initiale Alarmierungswege, Schwellwerte usw. geklärt.
Gruß
Michael
Fehlt nicht eine Schicht ?
Hallo Michael,
sehr schöner Blog.
Meines Erachtens fehlt eine wichtige Schicht bei der Datenauslieferungskette: Das Internet.
Der Präsentationslayer - Frontend - kann ja durchaus durch das "Internet" beeinflusst werden
Fall 1:
Ein Bagger durchtrennt ein Glasfaserkabel zu einem der Major Carrier in DE). Schwupps ist möglicherweise halb Deutschland ohne Zugriff auf die Seite - oder zumindest stark verlangsamt.
Fall 2:
Ein Tracking oder Analyse Inhalt ausgeliefert durch einen Drittanbieter (z. B. Google) fällt aus. Dieses kann und wird Einfluß auf die Performance haben.
Es ist also unbedingt notwendig für (nach deinen genannten Zielgruppen) :
Administratoren:
Abgrenzen zu können ob der Fehler an der eigenen oder nicht eigenen Infrastruktur liegt
Geschäftsführung:
Zu wissen, das es ein Problem existiert man aber nur begrenzt Einfluss nehmen kann (Zählpixel rausschmeißen) - und dass der Support WEISS, das das Problem bekannt ist. Zudem will er wissen, wieviele Kunden denn gerade von dem Problem betroffen sind um den Business-Einfluss abschätzen zu können.
Kunde Umwelt:
Informiert wird (für Teile der Region.....kann es durch ein .... zu Problemen bei der Ladezeit kommen....dieses können wir leider nur bedingt beeinflussen....)
Webmaster:
Ggf. den Drittcontent rausschmeißen. Lieber einen Kunden nicht mitgezählt haben, als viele Kunden zu verlieren.
Servus
Heiko
ps: Typo bei: Sicht des Kunde oder der Umwelt (es müsste "Kunden" heißen) meine Typos bitte gleich mit korrigieren ;-)
Würde ich nicht sagen
Hallo Heiko,
das Internet würde ich nicht als eigene Schicht sehen. Es stellt eine Verbindung zwischen Schnittstellen dar, welche mit den Schichten kommunizieren. Die Schnittstellen und Verbindungen habe ich in diesem Beitrag noch nicht beschrieben, weil ich mich erstmal nur auf das Schichtenmodell konzentrieren wollte. Ich werde dazu aber in den nächsten Tagen einen weiteren Beitrag veröffentlichen, welches dieses beschreibt. Also Schnittstellen und Verbindungen in den Schichten, sowie wichtige Messpunkte für die SLA Überwachung.
Gruß
Michael
p.s.: Habe ich korrigiert. Danke :-)
Anmerkung zu den Schichten
Hi , also die abgrenzung der sla's würde ich noch eine schicht einfügen, welche aufeinander aufbauen.
Präsentation
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Applikation
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Komponenten
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Hardware
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Environment
Erklärung:
EnvLayer: Klimaanlagen, USV Anlagen, Wasserstandsmelder, hausmeister mit nem netzwerkkabel gefesselt, PDU's etc
Es ist für die SLA geschichten eher weniger Relevant aber wenn die Temperatur z.b. ansteigt gibt es doch verdammt viele probleme... :)
Die Layer ist mit absicht extra, da er a) monitär eines der höchsten Risiken darstellt und b) mehrereweitreichende Auswirkungen hat.
Die meisten Rechenzentren scheitern an einer Vollredundanz einzelner anlagen wegen entscheidungen der Geldgeber (z.b. eine Klimaanlage nicht redundant auszulegen oder an der USV zu sparen) da
es Finanziell meist sehr grosse Brocken sind die Initial ausgegeben werden müssen. Somit liegt hier eine ... ich nenne es mal "Beweispflicht" bei den Admins...
Hardware: Bei dir ist dies die "Serverschicht"- ich würde es eher als Hardwareschicht sehen und umbenennen. Egal ob Virtuell oder Physikalische Hardware gemeint ist.
In der Schicht liegen ebenfalls Netzwerkkomponenten sowie San und andere Komponenten welche mit dem "envlayer" betrieben werden. Der VirtualiserungsApplikation (ESX Server oder ähnliches) ist hier mit nicht gemeint.
Komponenten:
im prinzip würde ich das so definieren, daß dies die "kommunikationslayer" sind - auf Routern z.b. der IP Stack (v4 oder v6 - egal) ,
bei Servern z.b. Datenbanken oder ein Sapkernel, Apache, Tomcat oder Virtualisierungs-Software etc
Applikationsschicht : was mir unklar ist - in einem Beispiel hast du die Applikationsschicht als SAP-Portal beispielsweise verheiratet. - das ist meinen Augen allerdings nur ein popliger Webserver (also Komponente)
die darauf veröffentlichte Applikat (also die iViews usw) oder seh ich das falsch ?
Präsentation : klar soweit...
Nochmals , ich denke daß die EnvLayer- Schicht so häftig von den virtuellen Parent-Child Beziehungen zu sehen ist, daß sie am besten ausgegliedert werden sollte
Mir ist klar, daß es hier mehrfach diskutiert worden ist. Ich halte hier eine Genaue Definition der einzelnen Layer für notwenig als Abtrennung ob es die Env-schicht ist oder die Hardware-Schicht.
gruß Thomas
sorry wegen der Schreibfehler... iss schon spät .. ;)
Danke
Hi Thomas,
zu EnvLayer/Hardware:
Diese gehört für zur Serverschicht bzw. zur Umgebung/Umwelt des Servers. Dieses wurde auch schon mehrfach diskutiert. Ich habe es deshalb nicht Hardwareschicht genannt, da es sich nicht nur explizit um die Hardware handelt, sondern auch um das Betriebssystem. Gerade bei der Virtualisierung handelt es sich nicht immer um Hardware und würde von den Begrifflichkeiten nur zu Verwirrung führen.
Auch Netzwerkkomponenten, Klima, Stromversorgung etc. gehört mit in die Umgebung/Umwelt des Servers. Wie in der Serverschicht schon beschrieben, ist die Verfeinerung der Serverschicht keine Grenzen gesetzt.
zu Komponenten:
Ich glaube das hast Du falsch verstanden. Komponten sind für den Betrieb der Applikation wichtig, aber nach außen hin für den Kunden etc. nicht sichtbar. Es handelt sich hierbei nicht um Netzwerkelemente. Die Kommunikation gehen über die Schnittstellen. Siehe dazu Abschnitt 5. Hier findest Du auch Deine Netzwerkelemente wieder.
zu Applikation:
Dies ist ganz einfach zu erklären. Dieses ist die Schnittstelle zu dem Benutzer bzw. zur Präsentationsschicht. Natürlich hast Du recht, wenn Du schreibst, das dieses auch ein Apache sein könnte, welche z.B. ein Sap-Portal bzw iView zur Verfügung stellt. Aber Dein SAP-Portal die Appliaktion, welche die Komponente Apache benötigt. Der Kunde sieht nicht was darunter läuft, wenn dieser das SAP-Portal öffnet. Für Ihn ist das SAP-Portal wichtig und dieses muss funktionieren. Bei ein Überwachung muss das SAP-Portal geprüft werden, ob dieses erreichbar ist.
Ich hoffe es Hilft Dir weiter, das Monitoring-Schichtenmodell besser zu verstehen.
Gruß
Michael